virtuelles Teambuilding – ist das überhaupt möglich?

Teambuilding und Mitarbeitermotivation: Die Führungskräfte ächzen. In Zeiten in denen fast alles nur noch über digitale Wege führt, wird das mit den Führungsaufgaben, des Teamzusammenhalts und des Verbindungsaufbaus innerhalb des Teams noch schwieriger. So manch einer fühlt sich eingeladen in das „Jammertal“ mit einzusteigen, die Hände zu heben und damit die Verantwortung abzugeben.

Wie sehr ich es liebe, Menschen zu begegnen, die eben nicht Fisch im Schwarm sind. Die Wege einschlagen, die von anderen in die Kategorie „das geht sowieso nicht“ eingeordnet werden. Die hinter ihre Handlung keine entschuldigende Emoji setzen, sondern eben ein brennendes Ausrufezeichen. Die auch in diesen Zeiten Teambuilding ganz oben auf ihre Liste setzen und sich des Erfolges sicher sind.

So erhielt ich vor einigen Wochen einen Anruf von einem Unternehmer, der mich fragte ob ich meine gesichtleserischen Kompetenzen in einem virtuellen Teamabend einzusetzen könne. Wenn das Thema „Gesichtlesen“ in einer Anfrage vorkommt, sage ich fast immer Ja. Es ergab sich also, dass mir Fotos von insgesamt 11 Menschen zur Verfügung gestellt wurden und jene 11 Menschen eine zoom Einladung per Mail erhielten.

Teambuilding im Zoom-Raum – wie geht das?

Um 19:00 Uhr war der zoom Raum eröffnet und alle fanden sich im virtuellen Raum ein. Nach dem obligatorischen Einfinden und Einlassen auf den Abend ging es los:

    1. Digitales Losverfahren: Wer steht (als nächstes) im Spotlight
    2. Selbstreflexion der entsprechenden Person
    3. Wertschätzendes Feedback und Fremdbild-Einschätzung der anderen Teilnehmern
    4. Die Sicht auf den Menschen aus der Perspektive der Gesichtleser

Jeder der 11 Teilnehmer stand für ca. 25 Minuten mit seiner Persönlichkeit und seinen Stärken in der 100%igen Aufmerksamkeit der Gruppe. An welcher Stelle bekommt das ein Mensch von seinem Team geschenkt?

Jeder der 11 Teilnehmer bekam offenes, wertschätzendes und sehr ehrliches Feedback von seinen Kollegen. Wer von uns weiß, wie er auf andere wirkt und welche Dinge in der Persönlichkeit auf welche Weise wahrgenommen und v.a. geschätzt wird?

Jeder der 11 Teilnehmer erhält die Sicht des Gesichtlesers auf seine Persönlichkeit, seine High Performance Faktoren und seine Talente. Welches Team kann mit diesem Hintergrundwissen ganz bewusst seine Kollegen bestärken, unterstützen und verstehen?

virtuelles Teambuilding und die Folgen

Die Barrikaden des virtuellen Raums wurden durch Aufmerksamkeit und Wertschätzung eingerissen. Das passive Beisitzen eines virtuellen Meetings wurde mit emotionaler Interaktion aller Beteiligten eingetauscht. Initiierte Teambuilding Maßnahmen mit dem ganz persönlichen Blick auf den Menschen ersetzt.

Der Abend fand sein Ende um halb zwei in der Nacht. Schon zu dem Zeitpunkt war klar, dass sich die Erinnerungen nicht auf ein Gruppenbesäufnis inkl. peinlicher Flashbacks auf die letzte Firmenfeier beziehen werden – die gab es nicht. Die Auswirkungen des Abends basieren auf einer gemeinsamen, tiefen, persönlichen Erfahrung, die das Team auf Dauer zusammenschweißt, stärkenorientiert handeln und verständnisvoll miteinander umgehen lässt.

Dieses Teambuilding hat mich persönlich tief bewegt. Ganz sicher durfte ich den Abend mit einem Team verbringen, das grundsätzlich mit viel Leidenschaft, Engagement und Herzblut gemeinsam an dem Erfolg des Unternehmens arbeitet. Er hat aber hat dazu beigetragen, Herzen füreinander zu öffnen, Menschen sichtbar zu machen und Wertschätzung in den Fokus des Seins zu stellen. Und dieser Abend hat Zeichen gesetzt: Die Zeiten von virtuellen Teams sind anders, für viele herausfordernd und bestimmt für alle neuartig. Das muss aber kein Grund dafür sein, Teamaufbau auf die Liste „geht gerade nicht“ zu setzen. Reagieren wir mit Andersartigkeit auf Veränderung, mit emotional auf virtuell und mit Achtsamkeit auf Distanz – können auch in diesen Zeiten Zusammenhalt gestärkt, Raum für füreinander einstehen erschaffen und konstruktives Teamverhalten fundiert werden.

Wer möchte kann HIER die Sicht einer Teilnehmerin auf den Abend nachlesen.

 Ich sage DANKE an den Mut und das Engagement des Unternehmers – möge er auch an dieser Stelle Vorbild für andere Führungspersonen sein, die auch in Krisenzeiten die Wichtigkeit der Einzelnen im Gesamtgefüge des gesamten Teams nicht aus den Augen verliert!

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