Wortgewandt sein

Wortgewandt – eine Eigenschaft, die sich viele Menschen wünschen. Öffentliches Reden und das Rampenlicht – in Verbindung mit großem Selbstvertrauen und einem kreativen Umgang mit den Worten.

Ich bin überzeugt davon, dass sich die Wortgewandtheit trainieren lässt – manchen fällt das sicher leichter, andere müssen dafür ein bisschen mehr kämpfen. Allerdings bringt mich der Gedanke auch wieder in mein persönliches Denkkarussell. Es gibt so viele Menschen, die mit viel Ehrfurcht und Anerkennung auf redegewandte Menschen schauen und sich wünschen, mit ähnlichen Eigenschaften überzeugen zu können. Entsprechend üben, trainieren und kämpfen sie für ihr Ziel. Und dann gibt es diejenigen, denen es in die Wiege gelegt ist, sie müssen gar nichts dafür tun und manchmal wissen sie überhaupt nichts davon , welch ein Talent in ihnen schlummert.

Und genau deswegen liebe ich das Gesichtlesen so sehr: Der eine Blick, der mir Dinge über einen Menschen verrät, die ihm vielleicht selbst nicht bewusst sind. Der eine Mensch, der sich als Legastheniker durch die Schule gequält hat, Worte und Sprache mit Erinnerungen verbindet, die Scham in ihm heraufbeschwören. Und trotz dieser Prägung trägt er ein tief verborgenes Wissen in sich, wortgewandt agieren zu können und Räume mit seiner Rede füllen zu können. Es ist dieses Leuchten in den Augen was aufblitzt, wenn ich ihm sein Talent sage. Eine Millisekunde später kommt oft ein ungläubiges Lachen und der Versuch des Wegwischens meiner Aussage. Aber das Blitzen war da – der Glanz – und damit der Anlass, die Aussage zu wiederholen und mein Gegenüber darin zu bestärken, die Prägungen seiner Kindheit hinter sich zu lassen und auf seine wahre Persönlichkeit zu schauen.

Wie erkenne ich Wortgewandtheit?

Leser meines Blogs wissen, dass es diverse Merkmale für öffentliches Reden, Bühnentalent und virtuose Sprachwahl gibt – und meist häufen sie sich bei oben beschriebenen Menschen. Wir sprechen mit unserem Mund. Es liegt nahe, dass wir den Großteil der Merkmale, die sich um Kommunikation und den Umgang mit der Sprache drehen am oder in unmittelbarer Nähe des Mundes finden. Das eine Merkmal, das ich heute vorstellen möchte ist die gewellte Linie. Wenn Dein Gegenüber den Mund geschlossen hat und die Lippen entspannt aufeinander liegen, entsteht eine Linie zwischen den Lippen. Ist diese gerade oder gewellt?

Ist sie gewellt, sitzt ein Wortakrobat für Dir der das Talent für öffentliche Reden in sich trägt. Ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein geht einher (oder lässt sich zu mindestens recht schnell entflammen) und trotz aller wortgewandtheit können sie sehr ruhige Zeitgenossen sein. Persönliches wird selten zur Verfügung gestellt und auf dieser Ebene zeigen sie sich als eher verschlossene Menschen – eventuell lässt sich das auch auf eine gewisse innere Instabilität zurückführen .

Wortgewandt – und sonst so?

Menschen mit der gewellten Linie sorgen in ihrer Umgebung auch für ein Gefühl von Sicherheit. Man fühlt sich einfach wohl in ihrer Gegenwart – vielleicht auch deswegen, weil sie zuverlässiger sind als viele andere. Materialle Sicherheit hat einen recht hohen Stellenwert in ihrem Leben und oft entpuppen sie sich als gute Arbeitgeber, die Verantwortung gut delegieren können.

Und auch hier – alle Persönlichkeitseigenschaften können gewinnend und verlierend gelebt werden. Wer seine Worte auf solch eloquente und zungenfertige Weise einsetzen kann, kann einerseits charmant und glaubwürdig auftreten. Das kann aber andererseits auch verführerisch eingesetzt und für intrigante Zwecke genutzt werden. Hier sollte also – wie auch in allen anderen Fällen – achtsam und gewinnend mit dem Talent umgegangen werden. 

Die wellige Linie ist in meinem Fall lange kein Merkmal gewesen, was ich bei meinem Gegenüber bewusst wahrgenommen habe. Umso magischer ist es sie heute zu entdecken. Vielleicht es kein Zufall, dass ich sie häufig bei Menschen sehe, die eher im Verborgenen agieren und den kleinen Schubser in Richtung ihrer Wortgewandtheit brauchen und auch dankbar annehmen.

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