Neben der existenziellen Bedürfnisbefriedigung von Essen und Trinken, bringen wir uns durch den Mund zum Ausdruck und – nicht zuletzt – küssen mit ihm.Wenn es also um körperliche und emotionale Bedürfnisse oder Genüsse geht, brauchen wir unseren Mund. Nach den Augen ist der Mund der wandlungsfähigste Teil unseres Gesichtes der sich bei den allermeisten Gesichtsausdrücken mitbewegt. Gesichtleser finden am Mund Hinweise über die Kommunikation, die Liebe und die Kreativität – Lebens- und Erlebnisimpulse kommen in diesem Areal zum Ausdruck.

Was verrät uns ein kleiner Mund über den Menschen, der ihn trägt? Und woran erkennen wir überhaupt einen kleinen Mund?

Zweite Frage lässt sich schneller beantworten: Wenn Ihr an beiden Seiten entlang der Nase von der Nasenwurzel Dreieckslinien nach unten zieht – ist der komplette Mund innerhalb der beiden Linien? Dann sprechen wir von einem kleinen Mund.

Kommen wir zur ersten Frage. Und wenn die ganz kurz beantwortet werden müsste, würde es der Ausspruch „stille Wasser sind tief“ vermutlich am besten treffen. Aber wir haben ja Raum und Zeit.

Betrachten wir die Bedürfnisse, haben Menschen mit kleinem Mund tendenziell eher ein geringes Nahrungsbedürfnis und legen bei den sinnlichen Bedürfnissen mehr Wert auf Qualität denn Quantität. Sie sind in der Lage schöne und reiche Gefühle zu entwickeln. Bei der Partnerwahl sind sie eher wählerisch auch wenn sie Liebe sehr intensiv erleben können.

Kleinmündige Menschen mit voll Lippen können Gefühle zeigen und sich wirklich öffnen, wenn sie Vertrautheit aufgebaut haben. Loyalität wird belohnt und dem Kreis der Lieben gegenüber zeigen sie sich großzügig. Schenken macht ihnen Freude, auch wenn sie dies manchmal zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Ist der Mund klein und die Lippen sehr schmal, sind die Menschen sehr verschlossen und in sich gekehrt – Gefühle werden sogar bei guten Freunden verschwiegen, was zu hoher Frustration bei den jeweiligen Freunden führen kann. Wenn sie sprechen, haben ihre Worte sehr starkes Gewicht – auch weil sie den Kern einer Sache oder eines Problems zielsicher treffen. Geben fällt ihnen tendenziell schwer und Geschenke sind oft an Bedingungen geknüpft beziehungsweise müssen sich verdient werden. Verzeihen fällt schwer, was sie zu recht nachtragenden Zeitgenossen macht.

Auf die große Bühne verzichten die kleinmündigen Menschen unter uns grundsätzlich gerne. Eher zurückhaltend und introvertiert meiden sie übermäßige Aufmerksamkeit. Das liegt eventuell auch daran, dass sie eine weniger kraftvolle Wirkung haben und in der Art des Redens Ungezwungenheit und Natürlichkeit fehlt. Geschichten erzählen oder gar lügen, fällt nicht in ihren Kompetenzbereich – im Zweifel schweigen sie lieber. Allerdings können sie sich sehr klaren Worten bedienen und dadurch Ernsthaftigkeit transportieren.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit den kleinmündigen Menschen gemacht?